Am Wochenende vom 16./17. Mai fand in Zürich die Climate Regatta statt. Letztes Jahr wurde diese Regatta zum ersten Mal durchgeführt.
An normalen Anlässen nehmen die Teams ihre eigenen 470er Jollen mit. Das heisst, jedes Team muss mit einem Auto anreisen. Der Segelsport ist wenig klimafreundlich, denn die Spitzensegler reisen auf der ganzen Welt herum und legen tausende von Kilometern zurück. Ich fahre zum Beispiel rund 20′000 Kilometer pro Saison um an all den verschiedenen Regatten in Europa teilzunehmen.

Die Idee der Climate Regatta ist folgende:
Die Bewältigung der Problematik der Klimaerwärmung wird in den kommenden Jahrzehnten die Menschheit fordern.
Mit dem Zürich Climate Sailing Cup 2009 möchte die ASPRO 470 SUISSE, die nationale Klassenvereinigung der olympischen 470er-Klasse, eine Möglichkeit aufzeigen, wie Segelregatten mit möglichst kleiner Belastung für die Umwelt ausgetragen werden können.
Um die CO2-Emissionen rund um eine Segelregatta möglichst gering zu halten, ist es an der “Zurich Climate Sailing Regatta” nicht erlaubt mit einem motorisierten Privatverkehrsmittel anzureisen.
Die Boote, mit denen die Regatta ausgetragen wird, befinden sich bereits am Austragungsort und werden vom Veranstalter zur Verfügung gestellt.
Auch die Energie zum Betreiben der Boote, der Wind, wird zur Verfügung gestellt: vom Klima.
Die innovative Regatta wurde gleich nach der Erstausführung 2008 mit dem Ecosport Preis ausgezeichnet. Das OK durfte einen namhaften betrag in Empfang nehmen.
Die diesjährige Ausführung war nicht vom Wind gesegnet, dafür mit (zuviel) Sonne. Das Teilnehmerfeld war hochkarätig. 5 Olympiateilnehmer, Europameister, Schweizermeister, Kadersegler usw. Alle waren sie anwesend.
Am Samstagmorgen teilte die Wettfahrtleitung die 30 Teilnehmer in 3 verschiedene Gruppen auf. Da nur 10 Boote zur Verfügung standen, segelte jede Gruppe zwei Läufe, danach wurden die Boote gewechselt.
Da wir nicht gerade viel Losglück hatten, landeten wir in der «Todesgruppe» 1, in welche die mit Abstand stärksten Teams zugelost wurden. Pro Gruppe konnten sich immer nur die ersten Drei für das Finale qualifizieren, darum war unsere Taktik bereits klar. Nicht zu viel Risiko nehmen am Start und dann einen Platz unter den ersten drei erkämpfen.
Die Wettfahrtleitung hatte die Regattabahn sehr kurz gesteckt, was zu hart umkämpften und engen Wettfahrten führte. Wir setzten unsere Strategie sehr gut um. Mit drei dritten Rängen qualifizierten wir uns fürs Finale vom Sonntag.
Am Sonntag hätten eigentlich die Finalläufe ausgesegelt werden sollen. Leider sorgte das schöne Wetter für Flaute. Nur gerade ein Lauf konnte in der Goldgruppe (die 10 besten Teams aus der Quali) gesegelt werden. Mit einem erneuten 3. Laufrang sicherten wir uns den 5. Platz im Gesamtklassement.
Um 17 Uhr machten sich alle Athleten wieder auf den Heimweg, ganz CO2 frei!
Übrigens: Die 30 Teams, alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, ersparten der Umwelt einen CO2-Ausstoss von 1424 kg!