Archiv für April 2009

Paris - Roubaix

Dienstag, 28. April 2009

Wow - kaum zu glauben ……


Dieser Satz umschreibt meine momentane Gefühlslage wohl am besten. Mit diesem Resultat, das ich beim Rennen Paris - Roubaix erreicht habe, konnte ich mein Ziel um ein vielfaches übertreffen. Ich war voll motiviert im Bewusstsein, dass ich eine sehr gute Vorbereitung genoss. Vielen Dank an dieser Stelle an meinen Lehrbetrieb Johnson&Johnson und natürlich auch an Claudio Imhof, wie auch meinem Trainer Bruno Schwengeler, der mich am Freitag noch an den Treffpunkt chauffierte und die letzten Tipps gab.

von Joël Peter

Joël (r) nach dem Rennen

Joël (r) nach dem Rennen

Am Abend vor dem Rennen wurde die Teamtaktik mit dem Trainer Daniel Steingruber besprochen, die Devise lautete: jeder hat seine eigene Chance. Ziele: Minimal ein Schweizer in den Top 25, maximal ein Schweizer in den Topten. Für mich stand in erster Priorität das Rennen zu beenden um Erfahrungen zu sammeln für das nächste Jahr. Der Startschuss zum neutralisierten Start erklang pünktlich um 11.30 Uhr, gut neutralisiert ist in diesem Fall übertrieben, denn schon in dieser Phase gab es die ersten Stürze, was meine Vorahnung bestätigte, dass es nicht einfach würde mich durchzusetzen. Die ersten 40 Km waren von vielen Ausreissversuchen geprägt, ich hielt mich aber in den hinteren Reihen des Feldes auf um Kräfte zu sparen und nicht in brenzlige Situationen zu gelangen. Nach 40 km erreichten wir den ersten Pavésektor und ich versuchte eine gute Position zu erkämpfen, was mir aber schlichtweg nicht gelang. Ich musste also mit einer Position im hinteren Feld einnehmen. Als es dann auf dem Pavé so richtig zur Sache ging, merkte ich plötzlich wie ich förmlich über den Abschnitt flog und am Ende sah ich mich im etwa 40 Mann dezimierten Feld mit zwei anderen Schweizern. Dannach war es wie ein Ausscheidungsfahren; nach den Pavéabschnitten waren immer weniger im Feld. Als dann der härteste Abschnitt folgte, der berühmte Carfour de L’arbe, gekennzeichnet mit 5 Sternen und dies etwa 20 km vor dem Ziel, befand ich mich immer noch im Verfolgerfeld. Vorne waren ein Belgier, ein Holländer und zwei Russen. Es war unheimlich wie viele Leute auf diesem Abschnitt Stimmung machten, es beflügelte mich und ich machte mit Sebastian Lander mächtig Tempo, was sich auch gelohnt hatte, denn als ich nach diesem Sektor nach hinten schaute, waren nur noch 7 Fahrer da. Wir fuhren dann gemeinsam mit dem Vorsatz die vordere Spitzengruppe noch einzuholen, was aber aussichtslos erschien. So wurde mir bewusst, dass es nun im Sprint um den 5. Rang ging. Ich gab nochmals mein Bestes, doch ich musste mir eingestehen, dass es gegen Sebastian Lander (Jugendolympiasieger) noch nicht reicht! Als ich von meinem Rennvelo stieg und mich hinlegte, wurde mir erst bewusst, was ich heute geleistet habe. Ein 10 Rang in einem hochkarätigen Feld und dazu noch Zweitbester des Jahrgangs 92 - wow. Dieses Rennen wird mir immer in Erinnerung bleiben und natürlich soll es und es wird es auch sein - ich möchte als Profi dieses Rennen bestreiten.

Team Suisse (Joël 1.v.r.)

Team Suisse (Joël 1.v.r.)